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Zielsetzung

Warum Gamification für Ihr Unternehmen hilfreich ist und wie man Gamification am besten im Unternehmen einsetzt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Warum Gamification?

Die Meinung, dass Computerspiele ausschließlich von Jugendlichen genutzt werden, ist längst überholt. Mittlerweile liegt das Durchschnittsalter von Konsolen-, Online- und Computerspielern bei 37 Jahren. Insbesondere das Vorurteil, dass Games “aggressiv” und unproduktiv machen hat sich als gegenteilig herausgestellt. Der Spieltrieb kann durchaus produktiv eingesetzt und in ein Unternehmen integriert werden. Das “Wie” und “Wo” Gamification eingesetzt werden kann, wird im folgendem Artikel behandelt.

Was ist Gamification?

Gamification oder auch Gamifizierung bezeichnet die Einführung von spieltypischen Elementen in spielfremde Bereiche. Solche Elemente können beispielsweise Erfahrungspunkte, Highscores, Ranglisten, Fortschrittsbalken oder virtuelle Güter sein. Mit diesen wird die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter/Innen, im Folgenden “Player” genannt, gesteigert.

Bespiele für gelungene Umsetzung von Gamification


Auf dem Bild sind zwei junge Frauen und Männer mit Mundschutz zu sehen. Sie sind an einem Tisch versammelt und schauen sich ihre Gamification App auf einem Handy an. Auf dem Tisch liegen drei Laptops.

Quizzes für Vertriebsmitarbeiter

Ein Unternehmen, welches Gamification sehr gut umgesetzt hat, ist die SAP. Das Unternehmen engagiert und motiviert ihre Vertriebsmitarbeiter so, dass sie immer über die neuesten Produkte und Services Bescheid wissen. SAP nutzt dafür eine Gamifizierungs-App namens Roadwarrior, welches eine Art “Wer wird Millionär oder “Quizduell” ist. Es handelt sich um ein Multiple-Choice-Game in dem eine “Pre-Call-Planning” Session mit einem Kunden simuliert wird. Wenn die Fragen richtig beantwortet werden, “steigen” die Spieler auf (Level-Up) und bekommen Abzeichen (Badges). Ähnlich zu Salesforce Motivation, gibt es ein Leaderboard welches als Nullsummenspiel strukturiert ist. Zudem können Spieler andere in einem Quiz-Battle herausfordern und die Top-Spieler von der Spitze vertreiben. Durch dieses Leaderboard werden die Vertriebsmitarbeiter so motiviert, dass sie immer Up-To-Date bleiben und so spielerisch die neuesten Angebote auf dem Schirm haben.

Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, welche vor einem Tisch sitzt auf dem ein Laptop steht. Sie hat eine VR-Brille auf, hebt ihre Hände und spielt eine Gamification App

Vereinfachte Compliance-Vorgaben

Ein weiteres gut umgesetztes Beispiel ist ein Gamification-Projekt, welches von Fabula Games für die Bayer AG umgesetzt wurde. Das Ziel bei diesem Projekt war es, abstrakt formulierte Compliance-Vorgaben so zu vermitteln, dass sie ganz anschaulich für die Anwendung in der Praxis wurden. Mit Hilfe von einem Serious Game konnten die Bayer Mitarbeiter/Innen alltägliche Situationen virtuell nachspielen und deren Anwendungen einüben. Die Spieler erleben aus der Ego-Perspektive zehn verschiedene Spielsequenzen (Level) und müssen dort die richtigen Entscheidungen treffen. Wenn die Spieler falsche Entscheidungen treffen werden die Konsequenzen anschaulich vermittelt.

Auf dem Bild ist ein Blitzer zu sehen der am Straßenrand im Laub steht.

Lotterie-Blitzer

Der Amerikaner Kevin Richardson hatte eine klare Vision. Es soll möglich sein, dass Autofahrer durch Gamification ihre Geschwindigkeit reduzieren. Diese Vision wurde durch Volkswagen, die eine Blitzer-Lotterie gebaut haben, umgesetzt. Das Gerät hatte nicht nur die Verkehrssünder abgelichtet, sondern auch ein Bild von den Fahrern gemacht, die sich an das Geschwindigkeitslimit gehalten haben. Das Geld welches durch die zu schnell Fahrenden eingenommen wurde, wurde gesammelt. Jeder der rechtmäßig gefahren ist, hatte durch das angepasste Fahren eine Chance auf den Gewinn. Dadurch wurden die meisten Spieler animiert sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten. Dies hatte zur Auswirkung, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit um 22% gesunken ist.

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Wie wird Gamification am besten eingesetzt?

Im Folgenden wird anhand von sechs Tipps erklärt wie Gamification in einem Unternehmen am besten eingesetzt wird.

Auf dem Bild ist eine alte Schreibmaschine von Olympia zu sehen, welche ein Blatt Papier enthält auf dem “Goals” geschrieben steht.

Kommuniziere den Prozess und die Ziele des Spiels genau!

Bevor eine Initiative gestartet wird sollten den Spielern möglichst genaue Angaben kommuniziert werden. Dazu gehört das Ziel des Spiels, die Gewinnkriterien, Belohnungen, Vorteile für das Unternehmen und die Regeln. Wenn ein Gamification Projekt gestartet wird, sollten alle Spieler die Regeln von Anfang an kennen, um einen unfairen Wettbewerb zu vermeiden. Der Zweck des Games sollte genauso gut erklärt werden wie die Kriterien und Belohnungen.

Auf dem Bild ist eine Alte Taschenuhr zu sehen die frei in der Luft an einer Kette hängt. Im Hintergrund ist eine Herbstszenerie verschwommen zu erkennen. Die Uhrzeit auf der Uhr beträgt 6 vor 3.

Setze Gamification früh ein!

Gamification sollte schon früh eingesetzt werden, damit sich die zukünftigen Mitarbeiter/Innen leichter daran gewöhnen. Dadurch fällt es dem Unternehmen leichter zukünftige Gamification Projekte zu starten und den Mitarbeiter/Innen zu erklären. Hierbei kann der Fokus auf die nachfolgenden Features gelegt werden: Punkte: Die Spieler können Punkte verdienen indem sie Aufgaben erledigen, bestimmte Ergebnisse erreichen oder sich auf der Plattform einloggen. Bestenliste: Die Spieler haben hier die Möglichkeit untereinander zu konkurrieren und dadurch zu besser werden.
Abzeichen: Abzeichen können eine Form von Belohnung für gute Arbeit oder gutes Verhalten sein. Die Abzeichen können dann virtuell ausgestellt werden und dadurch andere Mitspieler motivieren.
Belohnungen: Neben Abzeichen und Punkten gibt es noch Belohnungen, welche in echte Konsumgüter ausgeschüttet werden können. Das könnten beispielsweise Gutscheine oder monetäre Belohnungen sein.

Auf dem Bild sind sechs goldene Pokale zu sehen.

Biete wünschenswerte Belohnungen an!

Nicht jeder Spieler wünscht sich dieselben Belohnungen. Manche Spieler haben eher geringere Erwartungen, andere Spieler erwarten eine höhere Bestätigung. Kleine Anreize (z.B. Abzeichen) werden die Spielern nicht langfristig motivieren können. Größere Gewinne (z.B. Geldgewinne oder Urlaubsgutscheine), können die Motivation um einiges mehr steigern. Da jedoch nicht jedes Unternehmen über diese Möglichkeiten verfügt, könnte auch ein anderer Mittelweg gefunden werden. Kleine “quality-of-life rewards” wie beispielsweise ein freier Tag oder einen Gutschein fürs Mittagessen sind kleine aber dennoch wirksame Belohnungen. Außerdem sollten die Erfolge des Spielers ausgehangen werden um diesen und auch die anderen zu motivieren.

Auf dem Bild sind viele Dschungelblätter zu sehen. Eine Hand die, die “Thumbs up”-Geste macht, befindet sich in der Mitte.

Erkenne den Beitrag aller Spieler an!

Gamification gibt meist nur den besten Spieler das Gefühl besonders und wertvoll zu sein. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Teilnahme am Projekt und das Gewinnen gleichermaßen wertgeschätzt wird. Damit fühlen sich die anderen Spieler nicht benachteiligt. Jeder Spieler sollte das Gefühl haben, dass es sich lohnt sich anzustrengen und gleichermaßen an der Arbeit zu beteiligen. Eine Art von Belohnung für eine ganze Abteilung oder für ein gemeinsames Projekt ist hier eine gute Entscheidung um alle am Erfolg teilhaben zu lassen.

Auf dem Bild ist ein zentral ein Blatt Papier zu sehen auf dem ein Graph abgebildet ist. Um dieses Blatt liegen zwei Stifte und ein Lineal. Der Graph zeigt den Wachstum von “not Sucking” über “The Future”

Verfolge den Erfolg!

Mit jeder neuen Initiative muss der Erfolg und der Misserfolg gemessen werden um die Spieler bzw. die jeweilige Initiative zu verbessern. Gamification kann manchmal mehr Vorteile oder mehr Nachteile bieten als vorausgedacht. Eine Instrumententafel (Dashboard) ist ein nützliches Mittel um das Gamification-Projekt auf Auswirkungen, die nicht bedacht waren, zu analysieren. Folgende Metriken können dabei hilfreich sein: Produktivität, Anzahl der Spieler, Spieldauer, Produktivität und individuelle Kennzahlen.

Auf dem Bild ist eine Frau und ein Mann zu sehen, welche sich ein “High-Five” geben. Beide sitzen an einem Tisch, auf dem Unterlagen liegen und ein Laptop steht. Die Personen freuen sich sehr und lachen.

Reflektiere die Leistungen

Neben dem Streben nach Erfolg wird dem Spieler hier die Möglichkeit gegeben ein Feedback abzugeben. Den Spielern soll eine Rückmeldung gegeben werden ob sie die Aufgaben gemeistert haben oder nicht. Jedes Projekt sollte mit einer Zusammenfassung der gesammelten Daten beendet werden. Dabei sollte sich das Resultat auf die größten Errungenschaften und Fehler konzentrieren. Der Fokus liegt hierbei auf Spielern, die eine gute Arbeit abgeliefert haben, damit andere von diesen lernen können.

Fazit

Schlussendlich lässt sich zusammenfassen, dass Gamification-Projekte die Produktivität und Motivation der Angestellten steigern können. Es gibt viele Arten von Gamification und häufig verlieren sich Unternehmen in den unzähligen Möglichkeiten. Kommt gerne jederzeit bei Fragen auf uns zu.

Ein Artikel von Moritz Teufel und Nikola Merkas geschrieben am 14. 04 2020

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