
Von Tim Rantzau, Danielle Kern · 6 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert: 9.7.2026
Recrutainment: wenn die Bewerbung zum Spiel wird
Im Kampf um Fachkräfte suchen Unternehmen ständig nach neuen Wegen, die richtigen Menschen zu finden und für sich zu gewinnen. Ein Ansatz, der sich dabei etabliert hat, ist Gamification im Recruiting, oft auch Recrutainment genannt. Dieser Artikel erklärt, wie spielerische Elemente den Bewerbungsprozess verbessern, welche Vorteile sie bringen und wo ihre Grenzen liegen.
Was ist Gamification im Recruiting?
Gamification bezeichnet den Einsatz spieltypischer Elemente in einem spielfremden Kontext. Kommt dieser Ansatz im Bewerbungsprozess zum Einsatz, spricht man von Recrutainment, einer Mischung aus Recruitment und Entertainment. Ziel ist es, die Personalsuch aufzulockern und gleichzeitig mehr über die Fähigkeiten und Eigenschaften der Bewerber zu erfahren.
Warum Gamification im Recruiting?
Spielerische Elemente lassen sich sowohl vor als auch während der Bewerbung einsetzen. Ein spielerischer Selbsttest hilft schon vorab einzuschätzen, ob jemand zur Stelle passt. Im Gespräch selbst können den Bewerbern kleine Aufgaben gestellt werden, die fachliche Kompetenzen und Charaktereigenschaften sichtbar machen, die in einer klassischen Bewerbung meist untergehen.

Gamification kann entscheidende Unterschiede zwischen den Fähigkeiten der Bewerber sichtbar machen
Recrutainment in der Praxis
Vom einfachen interaktiven Fragebogen bis zum aufwendigen VR-Simulationsspiel ist alles vertreten. Als früher Vorreiter gilt die U.S. Army, die mit einem eigenen Shooter um Rekruten warb. Auch große Unternehmen setzen darauf: Siemens prüft angehende Facility Manager im Spiel "Plantville", die Hotelkette Marriott testet Nachwuchskräfte im Simulationsspiel "My Marriott Hotel". In Deutschland gibt es inzwischen zahlreiche Beispiele, etwa das Retro-Game "TeamLidlLand" von Lidl, das Bewerbern spielerisch den Alltag in einer Filiale zeigt, oder "Multipoly" von PwC, bei dem Kandidaten in einem virtuellen Büro Aufgaben lösen.
Vorteile von Gamification im Recruiting
Der größte Vorteil: Fertigkeiten wie Kreativität oder Geschicklichkeit werden sichtbar, die in Standardbewerbungen untergehen. Dazu kommt eine entspanntere Atmosphäre, weil die typische Anspannung eines klassischen Vorstellungsgesprächs wegfällt. Recruiter können so besser einschätzen, ob jemand wirklich ins Team passt. Und nicht zuletzt wirkt ein Unternehmen, das auf solche Formate setzt, nach außen innovativ und modern, was besonders bei jüngeren Talenten attraktiv ist.

Gamification wirkt vor allem bei jüngeren Bewerbern positiv
Fazit
Auch wenn die öffentliche Wahrnehmung von Computerspielen in Deutschland ambivalent bleibt, sind gezielt eingesetzte spielerische Elemente eine ausgezeichnete Möglichkeit, Bewerber besser einzuschätzen. Recrutainment ist nicht für jedes Unternehmen und jede Stelle sinnvoll, aber ein spannender Weg, den Bewerbungsprozess aufzulockern. Wenn du ein solches Format für dein Unternehmen entwickeln lassen willst, ob spielerischer Test, Serious Game oder VR-Simulation, entwickeln wir das bei Studio Merkas. Sprich uns gerne unverbindlich an.
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