
Von Tim Rantzau · 6 Min. Lesezeit · Zuletzt aktualisiert: 9.7.2026
MetaHuman: fotorealistische Menschen in Minuten
Glaubwürdige digitale Menschen zu bauen, war jahrzehntelang eine der schwierigsten Aufgaben der Computergrafik. Mit MetaHuman hat Epic Games diesen Prozess radikal vereinfacht. Das Tool erstellt in kürzester Zeit fotorealistische, voll geriggte 3D-Charaktere für die Unreal Engine. Die Struktur erinnert an den Charakter-Editor eines Rollenspiels, dahinter steckt aber jahrzehntelange Entwicklung im Bereich digitaler Menschmodelle, unter anderem von den Firmen 3Lateral und Cubic Motion, die inzwischen zu Epic Games gehören.
Wichtig vorab, weil sich hier zuletzt viel geändert hat: MetaHuman war anfangs eine cloudbasierte Anwendung im Browser. Seit Unreal Engine 5.6 (2025) ist der Creator vollständig in den Unreal-Editor gewandert. Du erstellst und verwaltest deine Charaktere jetzt direkt in der Engine, der separate Browser-Dienst und der Umweg über Quixel Bridge entfallen.
Spielerischer Workflow dank Editor
Beim Anlegen eines neuen MetaHuman stehen dir zahlreiche vorgefertigte Modelle zur Verfügung, die Menschen verschiedenster Ethnien, Altersgruppen und Körpermaße abdecken. Du kannst mehrere davon mischen und so einen ganz eigenen Charakter erschaffen. Anschließend passt du per Regler und Menü nahezu jedes Detail an, von der Form der Nasenflügel über die Augen- und Haarfarbe bis zur Kleidung.

MetaHuman startet mit einer Auswahl vorgefertigter Modelle als Ausgangspunkt
Marktplatz-Inhalte und zusätzliche Assets bindest du heute über Fab ein, Epics zentrale Content-Plattform, die die früheren Quixel-Bibliotheken abgelöst hat.

Nahezu jedes Detail lässt sich mit wenigen Klicks anpassen
Natürliche Bewegungen dank Körperscans
Mimik und Bewegungen der MetaHuman-Modelle sind anatomisch korrekt und physikalisch plausibel, weil die Software ihre Daten aus unzähligen realen Körperscans ableitet. Erstellte MetaHumans sind bereits vollständig geriggt und lassen sich in der Unreal Engine per Keyframe-Animation oder Performance Capture zum Leben erwecken. Dafür bietet sich Epics eigene Live Link Face App an, die Gesichtsbewegungen per iPhone überträgt. Alternativ funktionieren auch Drittanbieter-Lösungen wie ARKit oder Faceware. Mit dem MetaHuman Animator lässt sich sogar eine hochwertige Gesichts-Performance direkt vom iPhone aufnehmen.

Ein leistungsstarker Computer gehört zu den Grundvoraussetzungen für MetaHuman
Was du für MetaHuman brauchst
Die wichtigste Voraussetzung ist ein leistungsstarker Computer mit Windows oder macOS und ein Epic-Games-Konto. Da der Creator jetzt in der Unreal Engine 5 läuft, brauchst du vor allem eine aktuelle Version der Engine. MetaHuman ist kostenlos, die erstellten Modelle sind allerdings für den Einsatz in der Unreal Engine gedacht und werden auch dort gerendert. Das ist bequem, macht dich als Entwickler aber ein Stück weit vom Epic-Ökosystem abhängig.
Wo MetaHuman zum Einsatz kommt
MetaHuman wurde in erster Linie für Games entwickelt, spielt seine Stärken aber genauso in Film, Werbung und interaktiven Anwendungen aus. Kombiniert mit einem Motion-Capture-System lassen sich die Figuren auch im VTubing und VStreaming einsetzen, um fotorealistische virtuelle Moderatoren zu steuern. Zusammen mit Lumen und Nanite ist MetaHuman einer der Bausteine, mit denen die Unreal Engine den Sprung zu fotorealistischen Echtzeit-Inhalten geschafft hat.
Digitale Charaktere für dein Projekt
Ob virtueller Moderator, interaktive Figur oder fotorealistischer Avatar: Ein überzeugender digitaler Mensch braucht mehr als ein paar Regler, nämlich sauberes Setup, Animation und Integration in eine Echtzeit-Umgebung. Genau das setzen wir bei Studio Merkas mit der Unreal Engine um. Wenn du eine Idee mit MetaHuman oder digitalen Charakteren hast, sprich uns unverbindlich an.
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